Digitaler Nachlass · Checkliste

Checkliste Digitaler Nachlass

Stand Oktober 2026Was Ihre Familie wissen sollte, ohne dass ein Passwort auf Papier steht.

Diese Checkliste hilft Ihnen, Ihr digitales Leben so zu ordnen, dass Ihre Angehörigen und Ihre Kanzlei im Ernstfall wissen, was es gibt, wo es liegt und was damit geschehen soll. Für einen ersten Durchgang benötigen Sie etwa eine Stunde.

Sie können die Liste auf dieser Seite abhaken, ausdrucken oder als PDF herunterladen und von Hand ausfüllen. Wer es digital möchte: Die kostenlose App myLegacy führt dieselben Bereiche als Vorsorgeordner, verschlüsselt auf Ihrem iPhone.

Fundort statt GeheimnisTragen Sie niemals Passwörter, PINs, Seed-Phrasen, Backup-Codes oder private Schlüssel in diese Liste ein. Notieren Sie stattdessen, wo diese Informationen sicher liegen und wer im Ernstfall weiß, wie man sie findet. Eine Liste mit Zugangsdaten ist ein Generalschlüssel für jeden, der sie in die Hand bekommt.

So gehen Sie vor

  1. 01

    Bestand erfassen

    Gehen Sie die Bereiche unten durch und haken Sie ab, was auf Sie zutrifft. Es geht um einen Überblick, nicht um Vollständigkeit beim ersten Mal.

  2. 02

    Fundorte notieren, keine Zugangsdaten

    Halten Sie je Bereich fest, wo Unterlagen, Geräte oder Sicherungen liegen: Passwortmanager, Tresor, Bankschließfach, Notariat. Das Geheimnis selbst bleibt dort.

  3. 03

    Vertrauenspersonen benennen

    Wählen Sie ein bis zwei Menschen, die im Ernstfall den Überblick bekommen sollen, und sagen Sie ihnen, dass es diese Liste gibt und wo sie liegt.

  4. 04

    Zugang zu Geräten und Konten regeln

    Richten Sie die Vorsorgefunktionen der Anbieter ein: Nachlasskontakt bei Apple, Kontoinaktivitäts-Manager bei Google, Notfallzugang im Passwortmanager und Gedenkzustand bei Facebook oder Instagram.

  5. 05

    Rechtlich absichern

    Stimmen Sie Testament und Vorsorgevollmacht mit einem Notar oder Rechtsanwalt ab. Nur so ist geregelt, wer über digitale Werte entscheiden darf.

  6. 06

    Steuerliche Fragen klären

    Kryptowerte, Erträge aus Plattformen und digitale Geschäftsmodelle können steuerlich relevant sein. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung.

  7. 07

    Einmal im Jahr prüfen

    Gehen Sie die Liste jährlich durch und spielen Sie mit Ihrer Vertrauensperson einmal durch, ob sie die Fundorte tatsächlich findet.

  8. 08

    Sicher aufbewahren

    Bewahren Sie die ausgefüllte Liste bei Ihren Testamentsunterlagen auf, getrennt von Geräten und Sicherungen, auf die sie verweist.

Die Checkliste

0 von 13 Bereichen erledigt

  • Beispiele: Gmail, Outlook, GMX, iCloud-Mail; 1Password, Bitwarden, Apple Passwörter

    Das gehört in die Liste

    • Welche E-Mail-Adresse Ihr Hauptkonto ist (darüber lassen sich andere Konten zurückholen)
    • Welchen Passwortmanager Sie nutzen und ob ein Notfallzugang eingerichtet ist
    • Wo das Hauptpasswort oder der Wiederherstellungsschlüssel sicher hinterlegt ist, etwa versiegelt beim Notariat

    Das gehört nicht hinein

    • Das Hauptpasswort selbst
    • Wiederherstellungscodes
  • Beispiele: iPhone, Android-Handy, Laptop, Tablet, externe Festplatten, NAS

    Das gehört in die Liste

    • Welche Geräte es gibt und wo sie aufbewahrt werden
    • Ob ein Nachlasskontakt oder Notfallzugang beim Hersteller eingerichtet ist
    • Wo Sicherungen liegen (iCloud, Google, externe Festplatte) und was davon erhalten bleiben soll

    Das gehört nicht hinein

    • Gerätecodes und PINs
  • Beispiele: Online-Banking, PayPal, Revolut, N26, Wise, Trade Republic, flatex

    Das gehört in die Liste

    • Bei welchen Banken und Diensten Konten oder Depots bestehen
    • Ansprechpartner oder Filiale, falls vorhanden
    • Ob Vollmachten oder Verfügungen für den Todesfall hinterlegt sind

    Das gehört nicht hinein

    • Zugangsdaten, TANs, Kartennummern
  • Beispiele: Bitcoin, Ethereum, Stablecoins; Hardware-Wallets wie Ledger, Trezor oder CHARONIUM Fragment; Software-Wallets wie MetaMask

    Das gehört in die Liste

    • Dass Kryptowerte existieren und auf welchen Netzwerken
    • Welche Wallets genutzt werden (Hardware oder Software) und wo die Geräte liegen
    • Wo die Sicherung der Wiederherstellungsphrase liegt (Tresor, Schließfach, auf mehrere Orte verteilt)
    • Öffentliche Wallet-Adressen, wenn Sie den Bestand nachvollziehbar machen möchten

    Das gehört nicht hinein

    • Seed-Phrase oder Teile davon
    • Passphrase, PIN, private Schlüssel
  • Beispiele: Bitpanda, Kraken, Coinbase, Binance, Bison

    Das gehört in die Liste

    • Bei welchen Plattformen ein Konto besteht und unter welcher E-Mail-Adresse
    • Ob die Plattform ein Verfahren für Erben anbietet (die meisten verlangen Sterbeurkunde und Einantwortung bzw. Erbschein)

    Das gehört nicht hinein

    • Passwort, 2FA-Codes, Backup-Codes
  • Beispiele: NFT-Sammlungen, gestakte Token, Liquiditätspools, Governance-Token, tokenisierte Wertpapiere

    Das gehört in die Liste

    • Auf welchen Plattformen oder Protokollen Werte gebunden sind (z. B. Staking mit Sperrfrist)
    • Mit welcher Wallet sie verbunden sind
    • Ob Fristen laufen oder Werte aktiv verwaltet werden müssen
  • Beispiele: Streaming, Software-Abos, Mobilfunk, Cloud-Speicher, Domains und Webhosting

    Das gehört in die Liste

    • Welche laufenden Verträge es gibt und über welches Zahlungsmittel sie abgerechnet werden
    • Was gekündigt und was weitergeführt werden soll (etwa eine Domain mit E-Mail-Adressen der Familie)
    • Verlängerungsfristen von Domains
  • Beispiele: iCloud Fotos, Google Fotos, Dropbox, OneDrive, digitale Ablage

    Das gehört in die Liste

    • Wo Fotos, Videos und wichtige Dokumente gespeichert sind
    • Was die Familie bekommen soll und was gelöscht werden darf
  • Beispiele: Facebook, Instagram, LinkedIn, X, TikTok, WhatsApp, Signal

    Das gehört in die Liste

    • Welche Profile es gibt
    • Ihr Wunsch je Profil: löschen, in den Gedenkzustand versetzen oder weiterführen
    • Ob ein Nachlasskontakt beim Anbieter eingetragen ist
  • Beispiele: Firmen-E-Mail, Buchhaltungssoftware, Online-Shop, Lizenzen, Kundendaten

    Das gehört in die Liste

    • Wer im Unternehmen Zugriff hat oder bekommen soll
    • Welche Dienste geschäftskritisch sind und wer sie weiterführt
    • Wo Verträge, Lizenzen und Notfallpläne des Unternehmens liegen
  • Beispiele: Lebensversicherung, Unfallversicherung, Pensionsvorsorge, Kundenportale

    Das gehört in die Liste

    • Welche Versicherungen bestehen und wo die Polizzen liegen
    • Ob Kundenportale oder Apps genutzt werden, über die Unterlagen abrufbar sind
  • Beispiele: Testament, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Erwachsenenvertretung, Ausweise

    Das gehört in die Liste

    • Wo die Originale liegen (Notariat, Zentrales Testamentsregister, Tresor)
    • Ob es Kopien gibt und wer sie hat
  • Beispiele: Familie, Freunde, Notar, Rechtsanwalt, Steuerberatung, Bankbetreuer

    Das gehört in die Liste

    • Name und Kontakt Ihrer Vertrauenspersonen
    • Ihr Notariat oder Ihre Kanzlei und Ihre Steuerberatung
    • Wer welche Rolle übernehmen soll

Lieber digital? Die kostenlose App myLegacy führt dieselben Bereiche als Vorsorgeordner. Zur App myLegacy

Gut zu wissen

Diese Checkliste ist eine Orientierung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzt weder Testament noch Vollmacht und ist keine Rechts- oder Steuerberatung.

Für eine verbindliche Regelung Ihres digitalen Nachlasses wenden Sie sich an ein Notariat oder eine Kanzlei. Partnerkanzleien von CHARONIUM finden Sie auf charonium.com.